Gemeinde Krummwisch

im Amt Achterwehr

Karte von Amt-Achterwehr Amt-Achtwehr Gemeinde Achterwehr Gemeinde Melsdorf Gemeinde Ottendorf Gemeinde Bredenbek Gemeinde Felde Gemeinde Krummwisch Gemeinde Quarnbek Gemeinde Westensee

Aktuelles

Schleuse Ansicht 1

Mit der Königsförder Schleuse und dem Alten Eiderkanal hat die Gemeinde Krummwisch eine wahre Sehenswürdigkeit und ein Stück Geschichte zum Anfassen zu bieten!
Anderthalb Kilometer sind noch vom sogenannten Alten Eiderkanal erhalten, der in den Jahren 1776 - 1784 entstand. In seiner Zeit war er eines der bedeutensten Wasserbauwerke der Welt und nebenbei die tiefste künstliche Wasserstrasse. Wenn man das verträumte Wässerchen heute sieht, erscheinen solche Behauptungen fast ein bisschen unwirklich. Aber die Bemühungen, eine Verbindung zwischen Nord- und Ostsee herzustellen, reichen zurück bis ins Mittelalter. Man entschied sich dann Ende des 18. Jahrhunderts für eine Trassenführung von Holtenau bis zur Elbe. Um die Höhenunterschiede im Gelände auszugleichen, musste ein Schleusenkanal gebaut werden.
 

Von Holtenau folgte man der Levensau und weil die so ein starkes Gefälle hatte, regelten die drei Schleusen Holtenau, Knoop und Rathmannsdorf den Wasserstand mit einem Scheitelpunkt von 7 Metern. Danach folgte man vom Flemhuder See der Eider. Durch die Schleusen Königsförde und Kluvensiek senkte sich der Wasserspiegel wieder bis auf 4,80 Meter. Die letzte Schleuse bei Rendsburg regulierte den Wasserstand zwischen Ober- und Untereider, wo noch Ebbe und Flut herrschte.
Bei der Weiterfahrt zur Nordsee benutzten die Schiffe die Untereider, deren Flussbett teilweise vertieft werden musste.

Doch wie funktioniert das jetzt eigentlich genau mit den ganzen Schleusen?
Die Schleusen waren sogenannte Kastenschleusen. Sie waren auf eingerammten Pfählen errichtet. Die Freischleuse regulierte den Wasserstand und war überspannt mit einem tonnenartigen Gemäuer. Die Schiffsschleuse überspannt eine Holländer-Klappbrücke. Die Tore aus schweren Bohlen wurden geöffnet und beim Verlassen der Schiffe drückte das Wasser die Schleuse wieder zu. Die Steinmauern waren aus Ziegeln gemauert und gegen das Wasser mit holländischen Klinkern verputzt. Neben dem Kanal gab es die sogenannten Treidelwege; denn die Schiffe wurden meistens von Pferden gezogen oder sie konnten ab und zu bei einer entsprechender Windrichtung aus eigener Kraft segeln.

Beim Bau des Kanals sind damals Kosten von ca. 9 Milliarden Mark entstanden. Fast 100 Jahre ist der Kanal von deutschen und ausländischen Schiffen genutzt worden. Als man dann im 19. Jahrhundert größere Schiffe baute, konnte dieser Kanal die Anforderungen nicht mehr erfüllen. Es kam zum Bau des großen Bruders auf der anderen Seite, dem heutigen Nord-Ostsee-Kanal einige 100 Meter parallel. Geschichtsbücher belegen, dass diese Parallelität bei der Trassenführung der Kanäle einmalig ist!

Auf Initiative des Canal-Vereins ist diese Anlage 1987/88 restauriert worden. Zunächst erhielt das Gemäuer einen neuen Putz, wieder mit Klinkern aus Holland, weil die härter gebrannt sind. Die Schleusenkammern wurden mit Wasser angestaut um zu demonstrieren, wie es damals ausgesehen hat.
Und diese imposante Holländer-Klappbrücke, wie sie hier früher bestand, ist voll funktionstüchtig. Bei der Übergabe hat man sie geöffnet und wieder geschlossen. Gebaut hat sie Familie Wieben, das Eichenholz stammt aus dem Elsdorfer Gehege.
Wegen der gelungenen Restauration wurde der Schleuse nach Arbeitsabschluss im Jahre 1988 von der Denkmalspflegeorganisation "Europa Nostra" ein Diplom verliehen.